Mehrsprachigkeit bei Internetangeboten
zur Stadtentwicklung und Stadtplanung


MISS Kompakt

 

Für Eilige wird hier ein kurzer Überblick zur Projektidee, den Projektpartnern, dem Handlungsansatz, dem Projektaufbau und -ablauf sowie den Zielen und Ergebnissen gegeben. Der ausführliche Evaluationsbericht steht als PDF zum Download bereit: Evaluationsbericht MISS ( Größe: 2,0 MB)


Idee des Modellprojekts

Mit Hilfe des Internets sollen zukünftig Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund stärker an der Stadtentwicklung und Stadtplanung partizipieren können. Die Voraussetzungen und Bedingungen erfolgreicher Angebote wurden durch das Modellprojekts „MISS - Mehrsprachigkeit bei Internetangeboten zur Stadtentwicklung und Stadtplanung“ erforscht und sollen in ein übertragbares Modell umgesetzt werden.

Die Innovation in diesem Modellprojekt besteht vor allem in der Nutzung eines neuen, komplementären Kanals zur Ansprache der Migranten, dem Ziel der Übertragbarkeit der Ergebnisse und der querschnittsorientierten Wahrnehmung der Aufgabe Integration in den Verwaltungen, da die Fachbereiche Stadtentwicklung/Stadtplanung und Soziales/Wohnen gemeinsam aktiv geworden sind.


Projektpartner

Das Modellprojekt MISS ist eine gemeinsame Initiative der Städte Arnsberg, Gütersloh, Iserlohn und Solingen und wird vom Ministerium für Bauen und Verkehr (MBV) des Landes NRW (ehem. MSWKS) unterstützt. Als weitere Partner sind der Integrationsbeauftragte des Landes NRW, die LAGA NRW – Landesarbeitsgemeinschaft der Migrantenbeiräte und das LZZ NRW – Landeszentrum für Zuwanderung NRW in das Vorhaben eingebunden. Im Projektverlauf hinzu gekommen ist das mekonet nrw - "Medienkompetenznetzwerk NRW". Mit der Koordination des Modellprojekts haben die Städte die tetraeder.com gmbh beauftragt, da diese bereits über umfangreiche Erfahrungen im Bereich der Online-Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in Regelverfahren der Stadtplanung verfügt und das Vorhaben initiiert hat. Eine kurze Vorstellung der Partner und Kontaktmöglichkeiten sind in der Rubrik Projektpartner zu finden.


Handlungsansatz und Projektziel

Die Projektidee ist, durch die Bereitstellung eines mehrsprachigen Internetangebots zur Stadtentwicklung und Stadtplanung den Bewohnern mit Migrationshintergrund den Zugang zu Informationen zu erleichtern, ihnen die Möglichkeit zur Beteiligung zu geben, so eine aktive Partizipation zu fördern und die interkulturelle Kompetenz der Verwaltung zu stärken.

Begleitend zu den mehrsprachigen Informations- und Beteiligungsangeboten im Internet wurden neue Kommunikations- und Aktivierungsstrukturen in den Städte mit Hilfe lokaler Pilotprojekte erprobt und eine Verstetigung vorbereitet, beispielsweise zwischen den politischen Gremien und den Integrationsräten. Ferner wirkten die Migrantenselbstorganisationen bereits bei der Erstellung der Inhalte mit und übernahmen z. B. Übersetzungsleistungen, was zu einer zielgruppengenauen Ansprache beigetragen hat. Durch die Beteiligung mehrerer Städte an dem Modellprojekt war es zudem möglich, verschiedene räumliche Ebenen, Planungsvorhaben und Vorgehensweisen gleichzeitig zu erproben, um den Zielen des Vorhabens näher zu kommen.

Ergebnis des Modellprojekts soll ein übertragbares Modul sein, das es den beteiligten und in Zukunft auch anderen Städten ermöglicht, die Mehrsprachigkeit bei Onlineangeboten zur Stadtentwicklung und Stadtplanung zu implementieren. Für die beteiligten Städte wurden überdies entsprechende Onlineangebote erstellt und in den städtischen Internetauftritt integriert werden.


Projektaufbau und -ablauf

Das Modellprojekt wird in vier Kommunen durchgeführt und gliedert sich in folgende vier Phasen:

  • Phase 1: Initiierungsphase mit der Suche nach Projektpartnern und Modellkommunen
  • Phase 2: Konkretisierungsphase, die dem Aufbau der lokalen Pilotprojekte dient
  • Phase 3: Durchführungs- und Beteiligungsphase
  • Phase 4: Evaluations- und Dokumentationsphase.

Die vier Phasen erstrecken sich auf eine geplante Projektdauer von ca. 12 Monaten und wurde unterteilt durch drei Workshops, die als "Meilensteine" und zum Austausch zwischen den Projektpartnern dienten. Mit diesen Projektphasen wurde ein Rahmen gesetzt, innerhalb dessen die lokalen Pilotprojekte durchgeführt wurden. Einen Überblick zum Verlauf kann dem Zeitplan zum Modellprojekt entnommen werden.


Ergebnisse

Die aktive Phase der Modellprojekts MISS endete am 29.11.2005 mit dem Evaluations-Workshop im Kaiserhaus der Stadt Arnsberg. Dort wurden die wesentlichen Ergebnisse der lokalen Pilotprojekte vorgestellt und einer gemeinsamen Bewertung unterzogen. Zusammengefasst betrachtet, was das Modellprojekt MISS erfolgreich und hat neue Erkenntnisse über die Beteiligung von Migranten an Stadtentwicklung und Stadtplanung ergeben.

Zu diesen Erkenntnissen gehört, dass das Internet als ein komplementärer Kanal in einer umfassenden Ansprache- und Aktivierungsstrategie eingesetzt werden kann. Mehrsprachige Angebote eröffnen zeigen über die reine Information hinaus, dass Migranten zur Teilhabe an den demokratischen und partizipatorischen Prozessen eingeladen sind. Mit dieser Einladung wird gleichzeitig eine Anerkennung ausgedrückt, die die Tür zu weiteren Dialogen öffnet, denn seitens der Migranten besteht offensichtlich ein Interesse an einer Beteiligung, wenn der Planungsgegenstand hinreichend konkret ist und sie zur Beteiligung eingeladen werden.

Online-Angebote bedürfen dabei der Unterstützung durch weitere Kanäle und können nicht allein stehend zur Ansprache eingesetzt werden. Um die Internetangebote bekannt zu machen, eigenen sich die Kanäle Multiplikatoren, (Migranten-) Vereine und Schulen besonders gut. Als weitere wichtige Informationsquelle für viele Bewohner haben sich kostenlose Anzeigenblätter erwiesen, die von Migranten wesentlich häufiger als die lokalen Tageszeitungen gelesen werden.

In den beteiligten Städten konnten neue Prozessen und Strukturen angestoßen werden, an die bei zukünftigen Vorhaben wieder angeknüpft werden kann. Wünschenswert wäre eine systematisierte Zusammenstellung der Erkenntnisse aus verschiedenen Einzelprojekten zu einem Handlungsleitfaden für die lokalen Akteure, damit aus Diskussionen die Schärfe genommen werden kann, die häufig auf Unkenntnis des jeweils Anderen beruhen.

Mehrsprachige Angebote zur Information, Kommunikation und Partizipation an Stadtentwicklung und Stadtplanung können hierzu einen Beitrag leisten.


Ansprechpartner

Geschäftsführende Stadt:
Stadt Arnsberg
Hr. Klaus Fröhlich
Rathausplatz 1
59759 Arnsberg
Tel.: 02932/201-1689
Fax: 02932/201-1473
E-Mail: k.froehlich@arnsberg.de
Web: http://www.arnsberg.de/stadtentwicklung/heinrich-luebke-strasse


Projektkoordination:
tetraeder.com gmbh
internet-services * community
Dipl.-Ing. Rolf Neuhaus (Projektkoordination MISS)
Dr.-Ing. Stephan Wilforth (Geschäftsführender Gesellschafter)
Westenhellweg 103 - 105
44137 Dortmund
Telefon: 0231 / 189 17 17
Telefax: 0231 / 189 17 18
E-Mail: neuhaus@tetraeder.com
Web: http://www.tetraeder.com